Unser zweiter Urlaub dieses Jahr geht nach Schottland. Ende November. “Warum ausgerechnet da hin zu dieser Jahreszeit? Ist da nicht das Wetter richtig schlecht?”, fragen viele. Das Warum ist eigentlich nicht schwer zu erklären. Schottland ist seit Jahren eines unserer Lieblingsländer, die Schotten sind unheimlich nett und bodenständig. Die Landschaft ist unvergleichbar schön. Wir erwarten uns vom Wetter überhaupt nichts – können also gar nicht enttäuscht werden. Wir mögen Whiskey, Pie, Burger, Kaminfeuer, Schwarzen Tee, Kekse, heiße Schokolade, Gemütlichkeit und Wandern – und genau das erwartet uns! Wer von Euch noch nie in Schottland war, dem kann ich dieses kleine Land nur empfehlen. Wir selbst waren schon oft hier, vor Jahren sind wir mal 4 Wochen lang mit dem Auto von Ost nach West und von Süden nach Norden gekurvt. Wir waren auf Islay und sind die Whiskey-Destillen abgelaufen. Wir waren auf der Isle of Skye, der Isle of Mull und der Isle of Arran. In Glasgow und Edinburgh. Loch Ness … alles absolut sehenswert und irgendwie auch nie langweilig. Wer gerne wandert und dem guten Essen gegenüber nicht abgeneigt ist, der wird sich hier sicherlich wohl fühlen. Und zu guter Letzt umgibt Dich hier eine himmlisch ehrliche Ruhe – vor allem zu dieser Jahreszeit. Wann standest Du das letzte Mal inmitten von Natur und hast nur den Wind durch die Bäume pfeifen hören, die Vögel leise zwitschern und einen kleinen Bach vor sich hin plätschern… ohne dass Dich ein vorbeifahrendes Auto gleich wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt hätte oder die Stille durch andere Menschen gestört wurde?

Infos vorab: Wir haben zwölf Tage Zeit. Geflogen sind wir von München nach Edinburgh mit Easyjet. Um einiges erleben zu können, haben wir uns in Edinburgh am Flughafen bei Europcar ein kleines Auto gemietet (Ford). Ein SUV o.ä. sind nicht notwendig, etwas Schnee liegt jetzt schon, aber wir sind überall gut hingekommen. Wenn möglich ist eine Buchung über den ADAC optimal, weil hier immer eine Vollkaskoversicherung und zwei Fahrer inklusive sind.

Vorab ganz grob unser Fahrplan:

  • Landung abends in Edinburgh, dann nach Linlithgow und  Invergarry (2 Nächte)
  • Portree, Isle of Skye (4 Nächte)
  • Lochearnhead, Loch Earn (2 Nächte)
  • Edinburgh (3 Nächte)

Linlithgow

Die Flugzeiten lagen so, dass wir Abends gegen 18.30 Uhr in Schottland gelandet sind. Das war uns dann etwas zu stressig noch in die Stadt reinzufahren, bis man dann am Hotel ankommt … Deswegen haben wir uns für Linlithgow entschieden. Eine kleine Stadt etwa 20  Minuten von Edinburgh entfernt. Die Fahrt verlief gut: Aber VORSICHT LINKSVERKEHR!!! Erstmal echt gewöhnungsbedürftig. Unser Hotel “Court Residence” lag prima, nur morgens etwas viel Verkehr. Dafür entschädigt aber alles, denn der Besitzer ist total nett, das Haus war früher sowas wie das Gerichtsgebäude und alle Zimmer sind als Suiten hergerichtet. Riesenbett, uralte victorian shutters (Fensterläden) und eine kleine Küche, in der man sich die liebevoll zusammengesuchten Zutaten für das Frühstück zubereiten kann: Spiegeleier, Toast mit gesalzener Butter und Orangenmarmelade, Kaffee, Orangensaft, Müsli und frisches Obst.

pb2800642
Dieser gute Herr war der erste Saatsdiener, der auf offener Straße ermordet wurde – und zwar gegenüber unseres Hotels

 

An der Hauptstraße liegen sehr viele Pubs, total gemütlich ist es im “The Four Marys”, offener Kamin, gemütliche Holztische und bequeme Sessel. Das Essen war echt lecker, Pubfood halt – also keine Sterneküche erwarten. Für mich zumindest eine Offenbarung waren die Braggis Fritters. Ich hätte nie gedacht, dass ich sie überhaupt probiere und dann haben sie sogar geschmeckt: Frittierte Mischung aus Haggis und Black Pudding(vergleichbar mit Blutwurst, aber eigentlich schon ganz anders Smiley mit herausgestreckter Zunge), Bratensoße und etwas Salat. Saugut! Aber auch der Steak Pie und der Burger waren fein, mit zwei kleinen Whiskeys abgerundet ein perfekter Einstieg in die Urlaubszeit! P.S.: Smokehead von Ardbeg mal probieren, leicht rauchig, ein bißchen süß, sehr weich  –  angenehm! Die Tiefe fehlte zwar ein bißchen, aber doch recht genießbar Smiley!

img_20161127_203323
Braggis Fritters

 

Auch dem Ort selbst sollte man Aufmerksamkeit schenken. Er ist zwar nicht groß, hat aber eine uralten Kern. Dieser liegt fast gegenüber vom Hotel:

Linlithgow Palace and The Peel

The Palace”, eine der wenigen Royal Burghs, kann man für 5,50 Pfund besuchen. Alternativ oder als Ergänzung lohnt sich ein Spaziergang um den Loch Linlithgow (etwa 1 1/2 Stunden), an dem das Schloss gebaut wurde. Die ganze Anlage wird “The Peel” genannt und ist sehr schön. Recht naturbelassen bietet sich einem ein toller Ausblick auf das Schloss, in dem Mary Stuart – Queen of Scots 1452 n. Chr. geboren wurde und das als eines der beliebtesten Schlösser der schottischen Könige galt. In der St. Michaels Church direkt nebenan wurde sie getauft. Dabei handelt es sich um eine der ältesten Kirchen Schottlands (gebaut 1242 n. Chr., wie so oft ist sie nur kurze Zeit später abgebrannt, wieder aufgebaut worden und hat zwischendurch diverse andere Zwecke erfüllt als dem Gottesdienst zu dienen; heute fällt sie zuerst durch den abgefahrenen rekonstruierten Kirchturm auf, der mich irgendwie an `Herr der Ringe` erinnert … ziemlich bösartig ragen seine Stacheln in den Himmel). Die Kirche kostet keinen Eintritt und die Damen, die darin arbeiten, geben gerne Auskunft über Details. So haben wir erfahren, dass an den Stellen, an denen während der Einweihungszeremonie der Kirche das Weihwasser aufgekommen ist, Kreuze in den Stein eingemeißelt wurden. Insgesamt 15 Stück. Und dass es einen extra Eingang für die Königsfamilie gab, die von ihren Sitzplätzen dann gar nichts sehen konnten, außer einer Säule Zwinkerndes Smiley – Zufall? Bekannt sind “ The Palace” und Linlithgow übrigens für die Belesenen unter Euch durch Friedrich Schillers “ Mary Stuart” und für die eher zeitgenössischen durch die TV-Serie “Outlander” (Verfilmung der Highland Saga von Diana Gabaldon).

pb2800042
Statue von Mary Stuart
pb2800592
St. Michaels Church
pb2800612
Diese Kreuze sind überall in der Kirche zu finden, sie wurden eingemeißelt wo Weihwasser auftraf.
pb2800382
Linlithgow Palace and St. Michaels Church mit dem abgefahrenen Turm
pb2800322
Blick auf die Burg während des Spaziergangs im Park `The Peel`

 

Invergarry Hotel und Brasserie, Highlands

Unser nächstes Ziel war das “Invergarry Hotel” in Invergarry. Eigentlich ist das Hotel nur als Übernachtungsstop geplant, unser Hauptziel ist nämlich die Isle of Skye und wir wollten nicht einen ganzen Tag nur mit Autofahren verbringen, sondern auch Zeit haben, um uns die Highlands anzusehen. Keine Eile eben. Und auch vom Auto aus kann man die zauberhafte Landschaft voll in sich aufsaugen. Eine sehr schöne Pause haben wir im “Hotel Gleneagles” eingelegt, eines der besten Golfhotels des Landes. Ein sehr imposantes Gebäude, umgeben von einem unheimlich großen Gelände. Etwas grau wirkte es zwar schon auf uns, aber innen ist es sehr schick. Und weil man sich ja sonst nichts gönnt, haben wir uns in der Century Bar einen Kaffee und English Breakfast Tea mit Shortbread  genehmigt. Das war richtig fein, nicht nur geschmacklich, sondern auch das Ambiente war echt angenehm. Natürlich stilvoll und offensichtlich gehoben, aber streßfrei und nicht übertrieben. Als Bonus bekommt der normalsterbliche Besucher nette Einblicke in das Leben der “Upper Society” – sehr unterhaltsam, wenn sich dann in Gucci und Prada gekleidete Damen im besten Alter im schottischen Slang unterhalten. Der Brüller.

img_20161201_170700
Nachmittagstee im Hotel Gleneagles

 

Die Fahrt durch die Highlands war ansonsten einfach wunderschön, endlos reihen sich die grünen oder aktuell auch braunen und roten sanft geschwungenen Hügel aneinander, die glücklichen Schafe hört man irgendwann auf zu zählen, ab und zu entdeckt man auch Angus-Rinder. Auf weiten Weiden. Schneebedeckte Hügelketten im Hintergrund. Rauhe Wolken ziehen über uns hinweg. Kleine und größere Bäche bahnen sich ihren Weg ohne menschliches Zutun querfeldein durchs Land. Man hat (fast) den Eindruck, die Welt sei hier noch in Ordnung.

pb2800652
Die Highlands, Schafe, Wiese, Himmel, Flüsse – Stille. Was will man mehr.
pb2800712
Mikrokosmos.

 

Abends sind wir dann im “Invergarry Hotel” angekommen. Und auch hier haben wir wieder Glück gehabt, denn unser Zimmer war schon wieder total schnuckelig! Alt, krumm und schief, eigentlich bestand es fast nur aus einem riesigen herrschaftlichen Bett mit vielen Kissen. Genial. Und so liebevoll eingerichtet, die Tapeten, die alten Möbel … einfach zum Wohlfühlen. Wirklich lecker abendessen kann man im Hotel in der Brasserie. Hier haben wir uns (mal wieder?!) die Bäuche voll geschlagen, das können wir halt mit am Besten und seine Talente soll man ja fördern. Vorweg gab es für den Herrn Stornoway Black Pudding – der beste Schottlands. Und ich darf verkünden, dass dieser Black Pudding tatsächlich noch feiner war, als der in Linlithgow. Ist halt auch der Beste. Für mich gab es ein Süßkartoffel-Butternutsquash-Cremesüppchen mit einem kleinen Rosmarin-Scone. Beides deliziös! Zum Hauptgang haben wir uns auch nicht lumpen lassen, wir verspeisten frohgemut “Fish`n Chips” mit tagesfrischem Fisch und Schweinefilet mit Blumenkohlmus und Kartoffelpürree. Lecker, lecker! Und dann hat uns ein Banoffee-Pie den Garaus gemacht, das war dann vielleicht mengenmäßig doch ein bißchen zu viel des Guten – aber halt des Guten und von daher vielleicht nicht ganz so schlimm. Den krönenden Abschluss haben dann noch zwei kleine Whiskeys gemacht. Edradour ist empfehlenswert, außerdem die kleinste Brennerei des Landes.

pb2800862
Unser kleines feines Zimmer im Invergarry Hotel.

 

Wanderung No. 1  –  Gleann Lichd

Am nächsten Morgen nach einem vorzüglichen Frühstück haben wir uns dann endgültig zur Isle of Skye aufgemacht. Auf dem Weg dahin haben wir unsere erste Wanderung unternommen und zwar kommt man auf dem Weg zum Eileen Donan Castle dort vorbei, eine Burg, die man sich auf jeden Fall auch ansehen sollte (siehe nächster Absatz). Zunächst mal zur Wanderung durch das Gleann Lichd, ein Tal neben den Five Sisters of Kintail (einige Berge, die über 3000 m hoch sind). Durch das Tal fließt der Fluss Croe, an dem man sich entlanghangelt.  Der Teil des Weges, den wir gegangen sind, war einfach etwa 6,5 km lang. Man kann aber bis zum Loch Ness weiter wandern – müsste man sich vorab aber informieren, wie das in Abhängigkeit von den Jahreszeiten möglich ist. Schwierig ist der Weg absolut nicht, es geht zwar leicht bergauf, weil man entgegen der Fließrichtung des Croe läuft, aber das ist nicht schlimm. Wunderschön ist der Fluss selbst und die ganze Landschaft drum herum, man sieht nur am Anfang ein paar Häuser, dann ist alles menschenleer … . Am Ende unserer Teilstrecke kommt man an einer kleinen Steinhütte an. Dabei handelt es sich, wie wir herausgefunden haben, um das Clubhouse des Edinburgh University Mountaineering Club. Soso … bloß kein Neid. Aber das wäre schon ein Platz zum Abschalten .. Prinzipiell kann man den Weg also länger oder kürzer laufen und irgendwann einfach umdrehen. So wie wir. Das waren also zum Start dann 13 km, langt, unsere Füße haben es uns gedankt.

pb2901192
Auf dem Weg zum Gleann Lichd. Überall gibt`s was zu entdeken und zu kucken. Stilleben mit Boot.
pb2900952
Am Wegesrand.
pb2901052
Toll dieses Licht, diese Stimmung.

 

pb2901692
Das Tal Gleann Lichd und der River Croe.

 

pb2901642
Farbspiele.

 

pb2901552
Keine Menschenseele weit und breit. Nur Gras, Schafe und Mauern.

 

pb2901532
Unsere Aussicht.

 

pb2901442
Der kleine Hain inmitten des Tales, wunderschön.

 

pb2901402
River Croe.

 

 

Eileen Donan Castle

Später haben wir noch kurz zum Fotos machen am Eileen Donan Castle angehalten (bekannt aus dem Film “Highlander”). Man kann sich die Burg auch anschauen, haben wir vor einigen Jahren schon gemacht und lohnt sich in jedem Fall. Heute sollten es aber nur Fotos sein. Ein Klassiker der schottischen Burgen  –  und davon gibt es hier nicht gerade wenige.

pb2902032
Eileen Donan Castle.

 

Isle of Skye

Portree

Portree (übersetzt “der Hafen des Königs”) ist der größte Ort der Insel mit ungefähr 2.500 Einwohnern. Unser Hotel “The Bosville” liegt mit Blick auf den Hafen und ist recht neu. Sehr cooles Ding, modern aber gemütlich eingerichtet mit Augenmerk auf alle möglichen Errungenschaften der Insel. Man findet zum Beispiel Tweedkleidung oder Bettüberwürfe, die auf der Insel produziert werden. Meersalz und Talisker-Whiskey oder Töpferwaren. Alles auf Skye hergestellt. Das find ich toll. Und: Die Sachen sind schön und hochwertig. Unser Zimmer ist auch hier wunderschön, gemütlich eingerichtet in grau und weiß und etwas orange. Die haben Stil hier. Das erste Abendessen haben wir der Einfachheit halber im hoteleigenen Restaurant eingenommen: “Dulse & Brose”. Neben der stylishen Einrichtung war das Essen hammermäßig. Es gab vorweg ein Dreierlei vom schottischen Lachs, anbei Brot mit selbstgemachter Seetang-Butter (echt lecker!). Danach Lachs mit Krabben-Gnocchi und Gemüse und Haddock mit Blumenkohlrisotto. Sehr sehr lecker. Als Nachspeise haben wir uns ein Käsebrettchen mit vier lokalen Käsesorten geteilt, eine war abgefahrener als die nächste: Geräucherter Cheddar, eine Art Camembert, ein Blue-Cheese und eine Art Frischkäse – mit Worten aber kaum zu beschreiben, wie die geschmeckt haben. Sehr lecker und sehr besonders. Auch das Frühstück kann sich sehen lassen, neben einem kleinen Buffet gibt es verschiedenes von der Karte (Full Scottish Breakfast mit Stornoway Black Pudding Zwinkerndes Smiley oder Eggy Bread mit Bacon). Auch die hoteleigene Bar “The Merchant” braucht sich nicht verstecken. Die Barkeeper kennen sich echt gut aus, es gibt Unmengen diverser Spirituosen (u.a. Gin von der Isle of Harris oder aus Edinburgh, jeweils mit dem passenden Tonic serviert). Gemütlich, dunkles Holz, Felle, modern, da lässt es sich aushalten. Als Hotel kann ich das nur empfehlen.

pc0205442
Blick vom Hotel auf den etwas tiefer gelegenen Hafen von Portree.
img_20161201_180740-01
Gin & Tonic im „The Merchant“

 

Glücklicherweise haben trotz der Nebensaison auch noch ein paar andere Lokalitäten in dem kleinen Städtchen geöffnet, so dass wir uns ein bißchen kulinarisch herumtreiben konnten. Extremst leckeromat ist das “Cuchullin”, ein eher kleines Lokal, das soweit es eben möglich ist, lokale Nahrungsmittel verwendet. Also Backwaren von nahe gelegenen Bäckern, Fisch von vor der Haustür … Hier ist es zum einen recht gemütlich, zum anderen sind die Bedienungen schnell und sehr nett! Und last but not least das Essen : !. Superlecker ist die Seafood Platter, wir haben uns für 47 Pfund eine geteilt und schwelgten im Meeresfrüchtehimmel, eine Menge an Miesmuscheln in köstlichem Sud, fast menschliche Ausmaße annehmende Langustini und glasig rosa gegartes Lachsfilet … eine Wohltat. Aber auch der Fish Chowder vorweg war echt lecker … das kann ich in jedem Fall empfehlen.

img-20161218-wa0016_resized_20161218_101917400
Seafood-Platter für 2 – Cuchullin

Einen passablen Burger gibt`s in Restaurant/Pub des Portree Hotels: “Antler`s Bar & Grill”. Eine angenehme Pub-Atmosphäre, schön weihnachtlich beleuchtet und wie gesagt ein anständiger Burger ohne viel Aufhebens. Wer es also eher rustikal und unkompliziert mag, dem dürfte das gefallen.

Wir haben aber natürlich nicht NUR gegessen und Gin&Tonic getrunken. Nein auch Ale. Kleiner Scherz – naja obwohl es schon stimmt. Wir haben auch Ale getrunken. Schmeckt mir nicht. Was ich aber eigentlich erwähnen wollte, sind die Dinge, die wir auf Skye unternommen haben. Neben einigen Wanderungen, die weiter unten folgen, kann man sich auch ein paar Sachen anschauen.

Talisker Distillery, Carbost

Whiskey ist in Schottland ein grundsätzliches Thema, da kommt man nicht dran vorbei. Wie viele Whiskeys alleine hier produziert werden und weltweit bekannt sind. Es gibt Highland-Whiskey und Lowland-Whiskey, Whiskey von verschiedenen Inseln, zum Beispiel Islay – wo die meisten rauchigen Whiskey herkommen oder eben auch von Skye. Hier auf der Isle of Skye entsteht der Talisker-Whiskey, einer der rauchigeren Whiskeys der Welt. Die Distille kann man sich ansehen, man kann Führungen machen und anschließend auch Whiskey probieren. Oder man fährt einfach mal vorbei, stöbert ein bißchen im Shop und kauft zum Beispiel schöne Gläser oder ein edles Tröpfchen (das lohnt sich finanziell im Vergleich zu deutschen Preisen allerdings oft nicht, Preise evtl. vorher überprüfen). Auch für ein cooles Foto ist die Distille gut geeignet, die Fronten der am Wasser gelegenen Produktionsgebäude vieler Distillen sind ganz oft mit fetten schwarzen Lettern beschrieben, damit man vom Meer kommend wusste, wo man hinsteuern musste.

pc0105152
Talisker Distillery.

 

Neist Point, Lighthouse

Der westlichste Punkt der Insel. Und was sonst sollte man hier finden, wenn nicht einen Leuchtturm. Wenn man den Einheimischen glauben mag, handelt es sich dabei um eines der am meisten besuchten Touristenziele der Insel. Und der Eindruck bestätigt sich auch, wenn man ein bißchen Nachforschungen anstellt und kuckt, was man auf Skye so machen kann. Wir waren vor ungefähr 12 Jahren schon mal ein paar Wochen in Schottland unterwegs und damals – MERKE: Es gab zwar Internet, aber wir waren vom Zeitalter der Smartphones und der allzeit-zugänglichen-Informationen noch weit entfernt – also damals hat uns jemand, den wir durch eine Verkettung glücklicher Umstände kennengelernt haben vom Neist Point Lighthouse erzählt. Da müssen wir unbedingt hin, hat er gesagt. Und damals war der Neist Point noch ein Bed&Breakfast. Und wir hatten Glück und konnten noch für ein paar Nächte was buchen. Und das war auch gut so: Eine traumhafte Lage, natürlich umgeben von Meer, Sturm, Basaltsäulen auf denen man herumturnen konnte, grüne Wiesen und Schafe und ein steiler bestimmt 1 km langer Weg vom Parkplatz bis zum Leuchtturm. Und den konnte man nur zu Fuß bewältigen. Das waren Zeiten damals. Und der Blick vom Zimmer aus aufs weite Meer … einfach unbeschreiblich. Einzigartig. Heute ist davon nicht mehr viel übrig. Vor einigen Jahren wurde das Gebäude verkauft. Und verfällt seitdem. Fürchterlich. Wir haben es uns angesehen. Wenn der Weg das Ziel ist, dann lohnt sich ein Besuch allemal. Allein schon wegen der Autofahrt durch die Hügel, die hier fast noch schöner sind, als auf dem Rest der Insel. Und auch der Fußmarsch, sei er noch so anstrengend, belohnt Deine Mühe, denn der Anblick der Klippen und vorgelagerten Hebriden-Inseln ist atemberaubend. Der Leuchtturm selbst aber leider nur noch ein heruntergekommener Schatten seiner selbst.

pc0205762
Auf dem Weg zum Neist Point. Ein Himmelsspiegel.

 

pc0205802
Hier ist das Land zu Ende. Ganz hinten versteckt sich der Neist Point.

 

pc0206132
Verfallen, aber irgendwie immer noch besonders.

 

pc0206002
Der Leuchtturm.

 

 

Skye Weavers, Glendale

In unserem Hotel sind die Zimmer mit Kissen und Überwürfen der Skye Weavers dekoriert. Da schauen wir doch gleich mal, wo man die Sachen kaufen kann und wo die herkommen und überhaupt. Die Skye Weavers leben und arbeiten in der Nähe von Glendale (sehr gut kombinierbar mit einem Ausflug zum Neist Point) und es sind tatsächlich die einzigen verbliebenen Weber auf der ganzen Insel, wenn man ein paar vereinzelte Künstler, die nur sehr geringe Mengen produzieren mal außer Acht lässt. Was umso erstaunlicher ist, als hier ja wirklich jedes Fleckchen freie Erde mit einem Schaf bestellt wird. Also Wolle ist genug vorhanden, sollte man meinen. Aber es ist über die Jahre zu einem aussterbenden Gewerbe geworden. Zum Glück gibt es auf der Welt einige tapfere und mutige Menschen, die nicht zulassen, dass solch alte Handwerkskünste vergessen werden. Und so haben die Skye Weavers mit ein bißchen Glück einen ausgedienten Webstuhl von Harris-Tweed erstehen können und machen jetzt seit 5 Jahren ihren eigenen Stoff. Wir haben eine kleine aber extrem informative Führung von der Dame des Hauses bekommen und viel erfahren können über das Handwerk des Webens. Wirklich interessant fand ich das, auch woher die Wolle kommt (soweit es möglich ist aus Großbritannien – leider nicht alles von Skye, denn dafür ist zu wenig entsprechendes weiterverarbeitendes Gewerbe angesiedelt), wer sie wäscht (macht auch kaum mehr jemand), welche Färbetechniken es gibt und und und … Wir waren echt begeistert, denn die kleine Führung und sogar Vorführung des Webstuhls – der übrigens mit Fahrradpedalen betrieben wird, wodurch alle Stoffe 100% reine Handarbeit sind! – waren wirklich aufschlussreich. Und wir haben gemerkt, dass die Skye Weavers versuchen, alles so lokal wie möglich zu produzieren, was ich toll finde. Aber man merkt auch, dass es heutzutage leider nicht besonders einfach ist, vom Schaf bis zum fertigen Stück Stoff alles in einer Hand zu lassen bzw. in einer Gegend herzustellen, denn Handarbeit wird zwar wieder populärer, ist aber dennoch nicht mehr sehr verbreitet. Außerdem sind die Stoffe und Schals und Kissenbezüge richtig schön und wir haben mal wieder zugeschlagen Smiley!

pc0205722
Sonne tanken auf dem Weg zu den Syke Weavers.

 

pc0205642
Und dabei die wunderbare Aussicht genießen. Man möchte einfach pausenlos stehenbleiben und die Natur in sich aufsaugen.

 

pc0206512
Stille und Sonnenuntergang.

 

pc0206492
Wo hört der Himmel auf, wo beginnt das Wasser?

 

pc0206392
Wieder mal – Entdeckungen.

 

Wanderung No. 2 – Old Man of Storr

Ein Klassiker unter den hier möglichen Wanderungen und von Portree etwa 15 Minuten mit dem Auto entfernt. Die Wanderung ist nicht besonders lang (etwa 4 km insgesamt), dafür geht es steil bergauf. Man braucht zum alten Mann hoch und wieder runter etwa zwei Stunden mit Pausen und fotografieren. Das Wetter war schottisch unangenehm, Wind (!!!) und Sprühregen, das hat sich dann gnädigerweise gebessert und am Ende kam sogar die Sonne raus. Der Blick auf den Old Man Of Storr – ein riesengroßer Stein, wobei es sich ja eigentlich um die Finger eines versteinerten Riesen handeln soll – ist einfach gigantisch. Egal ob Sonne, Regen oder Nebel – der Anblick ist und bleibt beeindruckend. Wenn man genau hinsieht, entdeckt man auch ein Auge des Riesen … was der schon so alles gesehen haben mag …

pb3002362
The Old Man of Storr.

 

pb3002802
Life.

 

pb3002842
Das Auge.

 

 

Wanderung No. 3 – The Quiraing

Noch ein bißchen weiter nördlich kommt man über eine etwas steilere aber gute Straße zum Quiraing. Und egal was ihr vorher darüber hört oder lest, da solltet ihr hinfahren. Ich hab vorher auch in einigen Reiseblogs gelesen und den Begriff oft gesehen, aber die Bilder waren dann doch nicht so aufregend oder wie auch immer. Wir haben uns dann entschieden da trotzdem hin zu fahren. Es war sauwindig – nicht übertrieben. Aber wir sind dann etwa 1 1/2 Stunden da oben auf den Felsen rumgekraxelt. Das ist schon wirklich der Hammer. Diese Landschaft ist einmalig, der Blick geht bis aufs Meer, schweift über sanfte Hügel und steile Felsen, Heidekraut, Gras, Schafe, Hasen, tolle Felsformationen – das muss man mal gesehen haben. Zugegeben: Der Wind und der Abgrund in Verbindung mit dem manchmal schmalen Pfad machen sich eigentlich nicht gut. Und eigentlich soll man bei Wind hier überhaupt nicht laufen. Aber wenn es das Wetter irgendwie zulässt: Anschauen. Man kann die Strecke auch noch länger laufen, insgesamt circa 7 Kilometer als Rundweg. Aber das war dann erstens zu windig und zweitens eh zu spät – um 16.00 Uhr wird es dunkel, da wären wir schon sehr ungern noch am Berg gewesen …

 

pb3003132
The Quiraing.
pb3003732
Den Blick nach vorne, manchmal geht`s ganz schön steil bergab.
pb3003462
Eine Übersicht.
Wanderung/Spaziergang No. 4 – The Fairy Pools

Eine kurze und ganz schöne Wanderung geht zu den sogenannten Fairy Pools. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es nur am Anfang bzw. Ende steil ist, der Rest geht eher gemütlich an einem Flusslauf entlang, der dann die Feenbecken bildet. Teilweise blau schimmerndes Wasser sammelt sich in natürlichen Steinbecken, die der Fluss über die Jahre ausgewaschen hat. Die ganze Umgebung ist wie immer einfach wunderschön, der Blick geht in die Black Cuillins – die wirklich rabenschwarz vor uns aufragten und dann auch noch verheißungsvoll wolkenverhangen waren … schon toll. Die Wanderung selbst fand ich nicht so beeindruckend, aber schon nett.

pc0104942
Die Fairy Pools vor dem Hintergrund der Black Cuillins.
pc0104862
Ein glitzerndes Schwimmbecken für die Elfen.
pc0104672
Fairy Pools.

 

 

Fotostop: Sligachan Bridge und die Natur darumherum
pc0104432
Eine fast 200 Jahre alte Brücke, die Sligachan Bridge.
pc0104442
Die Landschaft drumherum. Wunderschön.

 

pc0104292
Die Flusslandschaft an der Brücke (Sligachan River).
pc0104182
Sligachan River.
pc0104072
Weite Landschaft.
pc0104012
Auf dem Weg kam auf einmal die Sonne raus. Irgendwo an der Straße.

 

Fotostop: Kilt Rock, Felsiger Küstenabschnitt, pfeift wie ein Dudelsack!
pb3002952
Kilt Rock, so benannt, weil die Felsen hier wie die Falten eines Kilts aussehen.
pb3002872
Küstenabschnitt am Kilt Rock

 

Wanderung No. 5 – Fairy Glen

Auf dem Heimweg haben wir noch einen Zwischenstop am Fairy Glen in der Nähe von Uig gemacht. Ach wie schön ist es da! Sowas niedliches, zauberhaftes, ja wirklich fast wie aus einer anderen Welt. Als ich da zwischen den kleinen Hügeln herumgestiefelt bin, hab ich tatsächlich dauernd nach Elfen oder doch wenigstens nach den versteckten Eingängen zu ihren Wohnungen Ausschau gehalten … leider hab ich weder das eine, noch das andere entdecken können … Aber trotzdem ist es am Fairy Glen wundervoll, wie die Highlands nur in klein und es gibt sogar die in Schottland fast schon obligatorische Burg: Ewen Castle. Und da kommt bestimmt nicht jeder hoch – der Durchgang ist ganz schön verzwackt und ich wär beinahe nicht mehr runter gekommen Erstauntes Smiley! Wurde auch kaum ausgelacht … Übrigens waren selbst im Dezember 2 kleine Tourivans hier … ich mag mir gar nicht vorstellen, was im Sommer los sein mag … uns gefällt es doch besser, wenn es weniger umtriebig ist.

pc0307142
Fairy Glen – ein mysteriöser Steinkreis …

 

pc0306852
Bäume wie aus einem Märchenwald …

 

pc0306902
Das Elfental – hinten mittig Castle Ewans – die Burg der Elfen.

 

pc0307122
Castel Ewans von Nahe.

 

 

Lochearnhead

Lochearnhead ist ein eher unspektakuläres kleines Dorf am Loch Earn, der einzige Loch mit Tide – aber ohne Verbindung zum Meer. Krass, wa?! Warum hierher? Weil wir hier noch nicht waren, weil man hier ganz nett wandern kann, weil es zwischen Edinburgh und der Isle of Skye liegt. Und weil wir ein saucooles B&B gefunden haben: Wester Auchraw Croft. Ein altes – wirklich altes! – Haus im Stil eines umgedrehten Bootes gebaut wurde hier liebevoll renoviert. Echt klasse, so toll eingerichtet und Melanie, die Gastgeberin ist eine echte Künstlerin. Richtig klasse ist es hier! Das Zimmer ist urgemütlich und das Frühstück eine Offenbarung. Wir haben hier zum ersten Mal überhaupt Porridge gegessen mit double cream (irgendwas zwischen Crème fraîche und Sahne) und Whiskey, erstaunlich lecker! Und Dir wird von innen heraus richtig schon warm … ob das wohl am Whiskey liegt?? Und pochierte Eier, die vorher von den freilaufenden Hühnern vor der Tür geklaut wurden. Also ich muss schon sagen, deluxe!

 

img-20161218-wa0017_resized_20161218_101918385
Kaminzimmer im Wester Auchraw Croft
img-20161204-wa0006-01
Gemütliches Stilleben im Wester Auchraw Croft

 

 

Abendessen kann man hier laut Melanie nur im Mhor 84 – mit dem Auto etwa 5 Minuten entfernt. Aber das ist nicht schlimm, denn im Mhor 84 kann man SUPER essen. Das Mhor 84 ist ein Motel und gehört mit einem Hotel am Loch Voig (15 Minuten entfernt, dazu später mehr) zusammen, aber es gibt auch noch eine Farm und einen Lieferservice und einiges mehr … Das Essen ist wie gesagt sehr gut, frisch, bodenständig und die Atmosphäre saugemütlich. Mit lauter verschiedenen Stühlen eingerichtet, verschiedene Tische und Bänke und Feuerstellen in unterschiedlichen Ecken .. echt gemütlich. Davon sollte es bei uns mehr geben! Und hier gab es das erste Mal wohlschmeckendes Bier !

img_20161203_185413-01
Frische Austern im „Mhor 84“

 

pc0307532
Auf dem Weg runter von der Isle of Skye – wunderschön, wie sich der Nebel über den See legt.
pc0307312
Auf dem Weg.
pc0508792
Eines Morgen am Loch Earn…

 

pc0508872
…ist es kalt geworden…

 

pc0508862
… und das Wasser dampft.

 

 

Wanderung No. 6+7 (eine Kombination)
Wanderung/Steiler Spaziergang No. 6  – Creag an Tuirc und das Grab von Rob Roy

In der Nähe von Balquhidder – ein von unserer Unterkunft 10 Minuten entfernter kleiner total schnuckelig gelegener Ort am Loch Voil – gibt es das Grab von Rob Roy zu bestaunen. Wobei es eigentlich eher unwahrscheinlich ist, dass es sich dabei um das echte Grab handelt … aber egal, auf jeden Fall hat der MacGregor Clan früher hier gelebt. Das ist es was zählt. Von der Kapelle mit dem örtliche Friedhof und der Grabstelle aus kann man etwa 1 Meile bergauf laufen zum Creag an Tuirc. Das war früher der Treffpunkt des MacLaren Clans, mit dem die MacGregors zerstritten waren. Von hier oben hat man einen großartigen Blick auf das unter einem liegende Tal und den Loch Voil. Wir hatten Glück, denn die Sonne kam mal wieder kurz hervor und das war dann noch zusätzlich einfach wunderschön. Weit unten schlängelt sich nämlich ganz unverbaut ein Fluss durch die Landschaft, das Wasser glitzert total schön und man hört nur die Natur. So was schönes, das ist doch Freiheit oder?

pc0407552
Das Grab von „Rob Roy“

 

pc0407762
Oben am Creag an Tuirc, Blick auf Loch Voil

 

pc0407702
Eine wundervolle Aussicht.

 

pc0407792
Blick über Loch Voil, am hinteren Ende warten Scones auf uns.

 

Wanderung No. 7 – Loch Voil

Vom Parkplatz an der Kapelle aus kann man sich gleich zu Fuß aufmachen und am Ufer des Loch Voil entlangwandern. Der Weg führt über die meist einspurige Straße am Ufer entlang, das macht aber nichts, denn die Straße ist wirklich wunderschön gelegen, sie geht ein bißchen krumm und schief unter alten knorrigen Bäumen entlang und eröffnet schöne Blicke aufs Wasser. Bis zum Ende des Sees sind es 4 Meilen – Melanie hat uns empfohlen hier lang zu gehen, am Ende käme dann das Monachyle Mhor Hotel (vgl. Mhor 84), wo man leckere Scones nach einer Wanderung essen könnte. Das war natürlich dann unser Ziel. Klaro. Aber 4 Meilen hin und 4 Meilen wieder zurück war zeitlich mit der eingeplanten Pause nicht zu schaffen, es wird halt doch schon um 16.00 Uhr stockdunkel. Und auf die Scones verzichten? Unmöglich! Also sind wir mit dem Auto bis zum Hotel gefahren und dann von dort aus ein paar Stündchen rumgelaufen. Der hintere Teil des Loch Voil ist auch sehr nett, mir persönlich gefällt aber der Abschnitt etwas besser, den wir mit dem Auto gefahren sind. Vom Hotel aus kann man über eine Wiese zum Ufer vorlaufen – UNBEDINGT machen! Wunderschön!! Ansonsten einfach umschauen!

pc0407892
Loch Voil, vom hinteren Ende aus betrachtet.

 

pc0407992
Tolle Farben.

 

pc0408022
Der Sehnsuchtswohnwagen.

 

pc0408212
Vom Ufer aus über den Loch Voil blicken. Einmalig.

 

pc0408152
Symmetrie.

 

pc0408112
Was ist was?

 

pc0408502
Die Spiegelbox.

 

pc0408552
Kunst.

 

Anschließend sind wir dann ins Hotel und ach! Wie schön! Also ein Träumchen von einem Hotel! Total niedlich! Und die kleine Bar mit offenem Feuer ist auch wirklich einladend. Mit je einem Kännchen schwarzen Tee und frisch gebackenen Scones, Cream, Erdbeermarmelade und Butter haben wir es uns dann da gemütlich gemacht. Das hätten wir aber auch wirklich nicht missen mögen! Nein, nein … Das wär definitiv meine Wanderempfehlung: rechtzeitig aufstehen (je nach JahreszeitZwinkerndes Smiley), Grab und Friedhof anschauen, hoch zum Aussichtspunkt (so schön!) und dann am Ufer entlang bis zum Hotel und Scones futtern … perfekt!

pc0408682
Tee am offenen Feuer im Hotel.

 

Stirling

In Stirling haben wir noch einen Zwischenstop gemacht und uns das Castle angeschaut, beziehungsweise eigentlich eher den dazugehörigen Friedhof. Die Burg kostet 16 Pfund Eintritt und kann selbstverständlich besichtigt werden. Wie so oft, war uns nicht danach, also sind wir einfach herumgelaufen und haben uns umgeschaut.

pc0509032
Blick über den Friedhof am Stirling Castle
pc0509182
John Cowane Hospital: Dieser Herr hat im 17. Jahrhundert dieses Haus für ältere Mitbürger bauen lassen. Es steht am Friedhofsgelände.
pc0509222
Man möchte mir bitte die Bedeutung dieser Pyramide auf einem schottischen Friedhof erklären ….
pc0509202
Die auf dem Kopf stehende VIER galt als Zeichen der Handelsleute.
pc0509082
Blick vom Schloss aus über die Ebene.

 

 

Edinburgh

Letzte Etappe. Die Hauptstadt ist ungefähr eine Autostunde von Lochearnhead entfernt. Wir haben uns im Nira Caledonia eingebucht – ein kleines, aber sehr schickes Hotel in Stockbridge. Das Hotel ist in einer sehr ruhigen Straße gelegen, aber einmal um die Ecke abgebogen gibt es interessante kleine Geschäfte und viele Restaurants. Super Lage! Unser Zimmer war sehr gemütlich, nur ein bißchen klein – vor allem das Bad. In der Innenstadt ist man zu Fuß in etwa 15-20 Minuten. Es gilt: Der Weg ist das Ziel, denn je nachdem welche Straßen man wählt, kommt man jeden Tag aufs neue an tollen Läden vorbei. Zum Beispiel an der “Brotique”, ein ziemlich cooles Geschäft mit allerlei Dingen, die der Mann von heute wohl so braucht. Bartpflege in allen Varianten, Tweed-Toilettentaschen, Mützen … echt schöne Sachen gibt`s da. Außerdem viele Antiquitätenhändler (unter anderem Unicorn Antiques – da muss man allein des Namens wegen schon mal hinein schauen!) und Galerien … Unser Spaziergang in die Stadt hat sich jeden Tag gelohnt! Unser Auto haben wir am Ankunftstag in Edinburgh zurückgebracht, da wir uns zu Fuß fortbewegen wollten und so Kosten sparen konnten.

Was treibt man so im Winter in Edinburgh … ? Zunächst mal möchte ich festhalten, dass das grauselige Wetter in den von uns erwarteten Ausmaßen augeblieben ist. Vielmehr war es in Deutschland wesentlich kälter als bei den Schotten. Und auch der Regen hat sich für uns zusammengerissen. Deswegen konnten wir ohne Probleme überall hin zu Fuß gehen und wenn es uns dann doch mal zu ungemütlich wurde, haben wir einfach eine Kaffeepause (bzw. Black Tea Pause) in einem der vielen Cafés eingelegt (zum Beispiel im La Barantine Victoria in der Nähe des Grass Market oder im Café at the Palace beim Holyrood Castle). So richtige Unternehmungen haben wir in der Hauptstadt ehrlich gesagt nicht getätigt. Wir haben uns 2 Tage lang durch die Stadt treiben lassen:

pc0609912
Blick in den Innenhof eines Teilgebäudes der Universität, hier kann man Religionswissenschaften studieren.
pc0609892
Der Mann zur linken … erinnert mich irgendwie an Dumbledore … ?
pc0609582
Häuserreihen.

 

  • Edinburgh Castle, thront auf dem Castle Hill über der Stadt. Abends ganz toll beleuchtet, man kann also wunderschöne Fotos machen, zum einen von den Princes Street Gardens aus, aber auch direkt oben am Schloss ist es schön. Klar, dass man Führungen und Touren und alles machen kann, da stand uns aber der Sinn nicht so danach … Wir haben einfach die Aussicht auf die Burg und von der Burg genossen. Auch schön!
pc0609732
Blick auf die Burg aus den Princes Street Gardens
pc0610462
Die Burg bei Nacht.
pc0610302
Wenn die Touristen weg sind.
pc0610252
Ein anderer Blickwinkel.

 

  • Princes Street Gardens – ein Park mitten in der Stadt entlang der Princes Street, die gleichzeitig die Haupteinkaufsmeile der Stadt ist. Ein unheimliches Gewühl an Menschen (wah!), hier gibt es alle gängigen Geschäfte und große Kaufhäuser. Der Park ist sehr schön und bietet natürlich eben den Blick auf die Burg. Im Sommer kann man hier schön spazieren gehen, im Winter (also JETZT) ist ein Teil der Anlage zu einem wunderschönen Weihnachtsmarkt umgebaut worden. Und ich finde, das ist einer der schönsten Weihnachtsmärkte, die ich bisher gesehen habe. Total gemütlich, schön beleuchtet, beschallt von angenehmer Weihnachtsmusik, es gibt Essen und Waren aus der ganzen Welt zu kaufen – man kann sich von deutschem Kassler über französisches Raclette bis zu belgischen Poffertjes durchprobieren und Glühwein trinken oder heiße Schokolade mit Marshmallows – da ist für jeden was dabei. Die Kulisse ist außerdem der Hammer, denn direkt neben dem Scotts Monument ist ein ultrahohes Kettenkarussel aufgebaut und außerdem ein Riesenrad… wirklich schön!
pc0509292
Christmas Market an den Princes Street Gardens
pc0509412
Scotts Monument, Kettenkarussel und bummelnde Menschen.
pc0610492
Einfach schön.
pc0609792
Princes Street Gardens – Blick über die Altstadt

 

  • Grassmarket – unterhalb der Burg in der Altstadt gelegen, vor allem die kleine Straße (Victoria Street), die zum Grassmarket führt ist einfach schön.
    pc0710552
    Victoria Street

    Kleine Cafés, Geschäfte und Pubs … wenn man dann am Grassmarket nach links abbiegt, kommt man am The Elephant House vorbei (hier hat J. K. Rowling ab und zu und unter Anderem an ihren Harry Potter Büchern geschrieben) zum:

  • Greyfriars Kirkyard. Ein Friedhof mitten in der Stadt, Gräber an Hauswänden … ein bißchen unheimlich, aber auch schön. Irgendwo hier liegt übrigens Tom Riddle …. Die kleine Hundestatue des Greyfriars Bobby steht gegenüber des Eingangs. Der kleine Hund hat den Rest seines Lebens am Grab seines toten Herrchens auf dem Friedhof verbracht, nachdem dieser gestorben war.
pc0710692
Greyfriars Kirkyard – ein Friedhof mitten in der Stadt
pc0710882
Greyfriars Kirkyard
pc0710932
Greyfriars Bobby
  • St. Giles Cathedral, eine wirklich schöne alte Kirche in der Innenstadt. Im Advent wird den Besuchern jeden Tag Zugang zu einem sonst verschlossenen Raum irgendwo in der Stadt Edinburgh gewährt (“24 Doors of Advent”). Wir hatten Glück und durften in die Thistle Chapel,  in dem die Queen und die gesamte königliche Familie sich treffen, wenn sie in der Stadt sind. Eine kleine holzvertäfelte Kapelle mit Schnitzereien von der Decke bis zum Fußboden … unglaublich!
pc0610102
St. Giles Cathedral
  • Holyrood Palace: Das Schloss der königlichen Familie bei Besuchen in der Hauptstadt. Das ist schon ein kleiner Fußmarsch dorthin, das Schloss ist recht hübsch anzusehen, direkt gegenüber wurde vor ein paar Jahren das neue Parlamentsgebäude hochgezogen – ganz abgefahren modern, was für ein Kontrast zu dem alten Gemäuer. Sehr empfehlenswert ist tatsächlich das Café in der Schlossanlage (Café at the Palace), hat zwar etwas Kantinencharakter, aber das Essen ist vorzüglich! Führungen durch das Schloss sind möglich und Kunst wird auch ausgestellt. Ganz nebenbei steht Holyrood Castle am Fuß des Arthur`s Seat – der Berg, den man weithin sehen kann. 45 Minuten ungefähr dauert der Fußmarsch hoch und der Blick über die Stadt soll toll sein – ist natürlich wetterabhängig.
pc0710962
Parlament 
1481733761134
Holyrood Palace
pc0711342
Arthur`s Seat
  • Calton Hill – der wohl bekannteste Aussichtspunkt über die Stadt und vermutlich hat fast jeder, der schon mal in Edinburgh war ein Foto mit dem Stewart Monument vor der Skyline gemacht. Schön ist der Ausblick von da oben eben schon! Und man kann bis aufs Meer kucken! Auf dem Calton Hill befindet sich außerdem eine alte Sternwarte und das Nelson Monument. Da kann man hoch, aber nur bis 15.00 Uhr und wir waren zu spät Zwinkerndes Smiley.
pc0711532
Blick über die Stadt vom Calton Hill aus, links das Stewart Monument

 

Kulinarisches aus der schottischen Hauptstadt

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass unser Hotel essenstechnisch ganz günstig gelegen war. Deshalb haben wir uns alleabendlich in Stockbridge aufgehalten und folgende Lokale geprüft:

  • Nok`s Kitchen – 2 Minuten Fußweg. Beste thailändische Küche, die ich je gegessen habe. UNBEDINGT probieren die Hot & Sour Soup … Fleischeinlage ist eigentlich unnötig, ein 24-Stunden-Bad in der Brühe ist der Wunsch, den man mit nach Hause nimmt… so gut schmeckt das! Alles andere was wir hatten war ebenso köstlich (Duck Salad, Nok Nutty Curry, Stir fried roasted Duck). Zweitbestes Restaurant der Stadt. Preislich aber akzeptabel.
  • Smith &  Gertrude – Weinbar mit Käse- und Wurstauswahl. Zum Wohlfühlen. Lockere Atmosphäre, man kann zwischen Wein pro Glas/Flasche oder `Flights` wählen – also Probierpaketen, was wir gemacht haben. Interessante Tröpfchen haben die da zur Auswahl. Die Käse-Wurst-Platte dazu war ebenso total lecker! Wirklich schön da!
  • Bailie Bar – Pub mit Sportübertragungen, Pub-Quiz und Ledersesseln. Gemütlich und das Bier gut, das Essen tatsächlich köstlich (Burger und Cajun Chicken) – unkompliziert und richtig gut.

 

pb3002512
Wir kommen wieder …

 

Schottland ist einfach immer eine Reise wert. Besonders Menschen, die gerne in die Natur gehen und Ruhe um sich haben, werden Schottland schnell in ihr Herz schließen.